Die Frage ist eine Provokation. Aber sie führt uns zum Kern unseres Selbstverständnisses, zu unserer aktuellen und zukünftigen Rolle im Versorgungsgeschehen. 70 – 80 Prozent der Diagnosen werden heute durch Bildgebung getragen oder unterstützt. Die Radiologie bildet gleichsam das diagnostische Nervensystem, ist vielerorts wirtschaftliches Rückgrat und entwickelt sich immer mehr auch zum Daten-Hub für die Krankenhäuser. Nicht zuletzt entstehen radiologische Innovationen genau dort, wo wir täglich mit anderen Fachdisziplinen zusammenarbeiten. Aber braucht und rechtfertigt das alles noch eigenständige radiologische Abteilungen in den einzelnen Häusern? Es gibt einen Trend zu mehr Entkopplung der Radiologie vom Krankenhaus. MVZ-Radiologien, Teleradiologie, Praxis-Netzwerke, private Radiologieanbieter interpretieren Radiologie als Dienstleistung, und das Krankenhaus ist einer von mehreren Kunden. Das mag sich betriebswirtschaftlich sogar rechnen. In jedem Fall lassen diese Entwicklungen die Fragestellung in einem diskussionswürdigen Licht erscheinen: Braucht das Krankenhaus die Radiologie – oder braucht die Radiologie das Krankenhaus?
Wir möchten dies gemeinsam mit Ihnen diskutieren - im Rahmen unseres CAFRAD Herbsttreffens 2026: